Ständerbohrmaschine

Ständerbohrmaschinen – bei Hand- und Heimwerkern beliebt

bosch-bohrer-testsieger

Sowohl im Hobbybereich als auch in Industrie und Handwerk haben sich Ständerbohrmaschinen etabliert.
Unterteilt werden diese in Ständer- und Säulenbohrmaschinen. Eine dritte Gruppe festmontierter Bohrmaschinen bilden die Tischbohrmaschinen. Mittlerweile umfasst das Sortiment eine große Vielfalt an Produkten, die sämtliche anfallenden Bohrarbeiten abdecken. Hauptsächlich finden die Ständerbohrmaschinen in der Metall- und Holzbearbeitung ihre Verwendung.
Geschätzt wird unter anderem die hohe Präzision, mit der eine solche Bohrmaschine arbeitet. Zu Anfang steht allerdings die Frage, was eine Ständerbohrmaschine überhaupt ist.

Was ist eine Ständerbohrmaschine?

Das wichtigste Erkennungsmerkmal einer Ständerbohrmaschine ist deren Aufbau.

Sie besteht aus

  • einem Fuß,
  • einer Säule und
  • einer Bohrspindel.

Zudem ist sie meist fest installiert. Die Einstellung der Spindeldrehzahl erfolgt entweder über ein Getriebe oder sie ist stufenlos regulierbar.

Zum Betrieb einer Ständerbohrmaschine ist Werkzeug erforderlich. Hier sind es Bohrfutter und Bohrer, die als Arbeitsmittel benötigt werden. Für ihre Aufnahme ist die Bohrmaschine mit einem sogenannten Morsekegel ausgerüstet.

Drehzahlen und Leistung hängen vom Antrieb ab

Welche Drehzahlen und damit verbunden welche Leistung die Ständerbohrmaschine erreicht, ist ebenfalls vom Antrieb abhängig. Bekannt sind Keilriemen- und Varioantrieb sowie der Antrieb mit gezahnten Riemen.
Mit der großen Auswahl an Antriebsarten kann ein sehr unterschiedlicher Bereich von Drehzahlen abgedeckt werden. Das wirkt sich wiederum auf den Einsatzbereich aus. Bohrmaschinen mit Varioantrieb sind in Handwerksbetrieben und Lehrwerkstätten anzutreffen. Keilriemengetriebene Tischbohrmaschinen erfreuen sich bei Modellbauern und Heimwerkern einiger Beliebtheit, während Maschinen mit Zahnriemen in der Industrie zum Einsatz kommen.
standbohrmaschine-bohrkoepfe
Auch die Auslegung des Vorschubgetriebes spielt eine Rolle. Dadurch wird etwa festgelegt, welche Bohrdurchmesser mit der Maschine gefertigt werden können. Ist die Bohrmaschine mit einem entsprechenden Schalter zum Umkehr der Drehrichtung ausgerüstet, kann die Ständerbohrmaschine weiterhin zum Gewindeschneiden verwendet werden. Dafür ist allerdings ein Ausgleichsfutter vonnöten. Ältere Modelle sind häufig bezüglich Vorschub und Drehzahl auf die Verwendung mit HSS-Werkzeugen ausgelegt. HSS ist die Abkürzung für High Speed Steel, zu Deutsch Schnellarbeitsstahl. Aus ihm werden hauptsächlich Bohrer zum Bearbeiten von härteren Materialien wie diversen Metallen gefertigt.

Ständerbohrmaschinen gibt es in klein und groß

Unterschiede bestehen bei den Ständerbohrmaschinen gleichfalls in der Größe. Damit sind zudem weitere Eigenschaften verbunden.
Kleinere Bohrmaschinen haben häufig einen Arbeitstisch, der sich in der Höhe verstellen lässt, oft ist dieser außerdem seitlich schwenkbar. Dies erlaubt das Bohren in verschiedenen Arbeitspositionen.

Bei größeren Ständerbohrmaschinen ist der Arbeitstisch gleichfalls höhenverstellbar. Der Standfuß ist hier zugleich Aufbewahrungsort von Behältern für Bohremulsionen oder Schneidöl. Nahezu alle Ständerbohrmaschinen sind mit einer Befestigungsmöglichkeit für einen Schraubstock ausgerüstet. In der Regel sind es T-Nuten, die dafür in den Arbeitstisch eingearbeitet wurden. Diese Nuten sind gleichfalls zur Aufnahme von Spanneisen und Bohrvorrichtungen geeignet. All jene dienen der Befestigung von Werkstücken. Einige Bohrmaschinen können mit einer geeigneten Vorrichtung sogar zur Bearbeitung von runden Werkstücken verwendet werden.

Die Tischbohrmaschine hat einen geringen Platzbedarf

Bei Heimwerkern fällt die Entscheidung zumeist auf eine Tischbohrmaschine. Ihre Fähigkeiten sind für den häuslichen Bedarf ausreichend. Auch in Handwerksbetrieben, bei denen sich die Bohrarbeiten im Rahmen halten, sind Tischbohrmaschinen anzutreffen. Sie sind für kleinere Bohrungen und das Bearbeiten von kleineren Werkstücken prädestiniert.
Gearbeitet wird mit mittleren bis hohen Drehzahlen.

Weitere Merkmale der Tischbohrmaschinen sind

  • nur eine Bohrspindel
  • Senkrechtbohrmaschine
  • feste Montage auf einem Arbeitstisch
  • manuelle Vorschubbewegung mittels eines Hebels
  • häufig kostengünstiger Keilriemenantrieb

standbohrmaschine-kuehlungManche Modelle verfügen über eine Befestigungsmöglichkeit an einer Säule, können dementsprechend sozusagen zu einer Säulenbohrmaschine umfunktioniert werden. In der Fuß-Arbeitstisch-Einheit sind diverse Schaltelemente untergebracht.

Hierin können sich beispielsweise der Notausschalter und der Schalter für das Kühlmittel befinden. Bei der Einstellung der Arbeitshöhe erfolgt die Verstellung des gesamten Spindelkastens. Motor, Getriebeeinheit und Bohrspindel werden dabei in der Höhe verstellt. Tischbohrmaschinen sind von namhaften Herstellern wie Bosch, Proxxon, Güde, Einhell und Optimum verfügbar.
Sie sind sowohl für die heimische Werkstatt als auch für den beruflichen Einsatz interessant.

Einsatzgebiete überschneiden sich teilweise

Die Einsatzgebiete von Ständer- und Tischbohrmaschine überschneiden sich teilweise. So lassen sich mit der Ständerbohrmaschine ebenfalls kleine Werkstücke bearbeiten, zugleich stellt aber auch die Bearbeitung von mittleren Werkstücken kein Problem dar. In der Maschine sind Bohrtisch, Säule, Fuß und Bohrkopf zusammengefasst. Über die Säule ist der Bohrtisch in der Höhe verstellbar. Weiterhin kann er seitlich verstellt und festgeklemmt werden.

Die Säule übernimmt hier die Führungsrolle. Das Werkstück wird in einem Maschinenschraubstock eingespannt. Dieser hält das Werkstück fest und ermöglicht gleichzeitig ein Verschieben desselben. Bei der Ausstattung gleichen sich Tisch- und Ständerbohrmaschine ebenfalls. Mit der Ständerbohrmaschine wird auch senkrecht gebohrt. Die Bohrspindel wird dabei manuell oder maschinell auf das Werkstück zubewegt. Bei der maschinellen Variante kann der Vorschub bei manchen Modellen stufenweise eingestellt werden.

Ob es sich um eine Ständer- oder Säulenbohrmaschine handelt, ist an der Säule erkennbar. Bei der Ständerbohrmaschine ist diese eckig, eben ein Ständer. Daran befinden sich Führungen für den Bohrtisch. Die Säulenbohrmaschine ist mit einem runden Ständer – einer Säule – versehen. Sie umschließt den Bohrtisch komplett.

Überlegungen für den Kauf einer Ständer- oder Tischbohrmaschine

Nachdem Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten der Ständer- und Tischbohrmaschine beleuchtet wurden, nun noch einige Tipps zum Kauf einer Standbohrmaschine.

Worauf kommt es an?
Welche Bohrmaschine ist für den persönlichen Bedarf die richtige?
Wo finde ich eine Orientierungshilfe?

Es gibt einige Fragen, die vor der Anschaffung einer Antwort bedürfen. Wichtige Kriterien sind zum Beispiel:

  • die Verarbeitung
  • der Preis
  • die Geräuschentwicklung
  • die Funktionen
  • der vom Hersteller vorgesehene Einsatzbereich
  • optional erhältliches oder bereits im Lieferumfang enthaltenes Zubehör

In vielen dieser Punkte unterscheiden sich die Bohrmaschinenmodelle zum Teil erheblich. Daher sollte zuerst einmal festgelegt werden, was die Bohrmaschine alles können sollte. Anschließend werden alle Modelle, die nicht über die gewünschten Funktionen verfügen, schon einmal aussortiert. Eine gute Entscheidungshilfe bietet ein Ständerbohrmaschinen Test. Hier werden die verschiedenen Bohrmaschinenmodelle von Experten auf Herz und Nieren geprüft. Die technischen Daten finden genauso Einlass wie die Praxistauglichkeit.

Ein solcher Test fasst übersichtlich zusammen, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Maschinen mitbringen. Zudem ist erkennbar, welches Modell für wen geeignet ist. Das mühsame Vergleichen der Bohrmaschinen entfällt. Auf einen Blick ist aus einem solchen Test ersichtlich, was die Maschinen können, wie es um ihre Qualität bestellt ist und für wen sie sich eignen. Kurzum: Es geht um das Preis-Leistungs-Verhältnis, auf dessen Grundlage schlussendlich die Kaufentscheidung getroffen wird.